Foto: Ulrike Dörr 2021
Foto: Ulrike Dörr 2021

Bergen-Belsen EduLab

Im Herbst 2020 startet die Gedenkstätte Bergen-Belsen ein auf drei Jahre angelegtes Programm zur Auseinandersetzung mit der Frage, was Vermittlungsarbeit von Gedenkstätten in der viel beschworenen Zeit nach den Zeitzeug_innen sein kann. Wie können digitalen Formate und neue Medien in der Vermittlung genutzt werden? Was braucht eine moderne Erinnerungskultur und gedenkstättenpädagogische Arbeit?  Wie lassen sich angesichts von rassistischen und antisemitischen Übergriffen Aktualitätsbezüge thematisieren?

 

Diesen Fragen möchte das Programm nachgehen. Es richtet sich dabei speziell an junge Berufstätige und Studierende verschiedener Fachrichtungen, die aktuell oder zukünftig als Multiplikator_innen im Bildungsbereich tätig sind oder sein werden. Gemeinsam wollen wir über die Verknüpfung von Bildungseinrichtungen und Gedenkstätten ins Gespräch kommen. Konzepte und Anregungen sollen entwickelt werden, um die Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Bergen-Belsen sowie die Auseinandersetzung mit Gedenk- und Erinnerungskulturen in den beruflichen (Bildungs-)Alltag zu integrieren. Ziel ist es dabei, den Blick für außerschulische Vermittlungs- und Beteiligungsformen zu öffnen.

 

Dabei soll gerade die Bedeutung des ersten Gedenkstättenbesuchs, der oftmals im Rahmen von Schul- oder Bildungsveranstaltungen stattfindet, in den Blick genommen werden sowie die daran anschließende Motivation, sich vertiefend mit dem Nationalsozialismus auseinanderzusetzen. Hierbei steht die Frage im Raum, wie die Gedenkstätte über einfache Besuche hinaus, in der Vermittlungsarbeit von Multiplikator_innen präsent und wirksam sein kann.

 

Ausführliche Informationen zum Projekt „Bergen-Belsen Teachers and Young Professionals Programme“, das den Rahmen für die Bergen-Belsen EduLabs bildet, finden Sie im Portal Geschichte.Bewusst.Sein.

Das Programm beinhaltet jährlich stattfindende, mehrtägige Veranstaltungen mit einem wechselnden Teilnehmer_innenkreis. Nach einem rein digitalen Seminar im ersten Jahr, wurde 2021 die Veranstaltung in hybrider Form und bestehend aus zwei Teilen ausprobiert. Zum einen war dies den Bedingungen der Corona-Pandemie geschuldet, zum andern folgte dies aus Erfahrungen des ersten Seminars wie auch aus Erfahrungen bisheriger mehrtägiger Angebote. Der erste Teil fand dabei in Präsenz im Ludwig-Harms-Haus Hermannsburg und der Gedenkstätte Bergen-Belsen im November statt, der zweite Teil digital über Zoom Mitte Dezember 2021. Die Pause zwischen den beiden Seminarteilen diente der Aufbereitung der Inhalte in Form eines Bildungsformates, mit dem die eigene Zielgruppe erreicht werden soll.

 

Das hybride Format wird auch in diesem Jahr wieder angewandt: mit einem Präsenzseminar vom 11. bis 17. Juni 2022 im Ludwig-Harms-Haus Hermannsburg und einem anschließenden digitalen Nachtreffen (noch nicht terminiert). Das Seminar richtet sich an Studierende der Sozialen Arbeit. Thematisch geht es um das Thema Erinnerungskultur: historisch bezogen auf den Ort und die Geschichte Bergen-Belsens, Erinnerung in der digitalen Welt, Auseinandersetzung mit verschiedenen Erinnerungsorten und Fragen von zivilgesellschaftlichen Engagement und Erinnerungskultur im Kontext Sozialer Arbeit. Welche Potentiale kann die Auseinandersetzung mit Erinnerung in der praktischen Arbeit mit unterschiedlichen Zielgruppen haben und wie kann eine Umsetzung erfolgen. Mittels künstlerischen Methoden aus dem Feld der Paper Art setzen die Teilnehmenden sich auch praktisch und eigenständig mit dem Thema auseinander und erarbeiten eigene Objekte.

 

Das vorläufige Programm als PDF zum Download