Ausstellungseröffnung in der Gedenkstätte Bergen-Belsen am 16. Oktober 2018 mit den Überlebenden Pavel Kucera (1.v.l.) und Dr. Yvonne Koch (Mitte) sowie S.E. Dr. Peter Lizák, Botschafter der Slowakischen Republik in Berlin (4.v.r.), dem niedersächsischen Kultusminister Grant Hendrik Tonne (3.v.r.) und Michael Fürst, Vorsitzender des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen (1.v.r.)
Ausstellungseröffnung in der Gedenkstätte Bergen-Belsen am 16. Oktober 2018. Führung durch die Ausstellung durch Dr. Thomas Rahe, wissenschaftlicher Leiter der Gedenkstätte
Ausstellungseröffnung in der Gedenkstätte Bergen-Belsen am 16. Oktober 2018. Die slowakische Überlebende des KZ Bergen-Belsen, Dr. Yvonne Koch
Ausstellungseröffnung in der Gedenkstätte Bergen-Belsen am 16. Oktober 2018. Der slowakische Überlebende des KZ Bergen-Belsen, Pavel Kucera

„Es lebe unsere gerechte Sache!“ Der Slowakische Nationalaufstand, 29. August bis 27. Oktober 1944

Eine Ausstellung der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Kooperation mit dem Historischen Institut der Slowakischen Akademie der Wissenschaften.

Der Slowakische Nationalaufstand beginnt am 29. August 1944 und ist einer der größten Aufstände gegen die nationalsozialistische Herrschaft in Europa. In den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs kommt es auf dem ganzen Kontinent zu einer Reihe von Erhebungen, die die deutsche Besatzungsmacht und die Kollaborationsregime bekämpfen.

Der slowakische Aufstand wird in Übereinstimmung mit der Sowjetunion, den Vereinigten Staaten und Großbritannien geplant und mit deren Unterstützung durchgeführt. Er richtet sich gegen die autoritäre und extrem antisemitische slowakische Kollaborationsregierung. Die vereinigten Widerstandsgruppen, die den landesweiten bewaffneten Aufstand organisieren, setzen sich aus Demokraten, Kommunisten und Partisanen sowie aus Soldaten und Offizieren zusammen, die nicht bereit sind, an der Seite der Wehrmacht zu kämpfen.

Der Slowakische Nationalaufstand entwickelt sich aus der Zusammenarbeit dieser Gruppen und mit der Unterstützung der tschechoslowakischen Exilregierung. Zehntausende sind zum Kampf gegen die deutschen Truppen bereit, die zur Zerschlagung des Widerstands in die Slowakei einmarschieren. Die Anführer des Aufstands überwinden ihre ideologischen Differenzen, um die gemeinsamen Ziele zu erreichen: die Befreiung des Landes und die Wiederherstellung eines Staates, in dem die demokratische Slowakei und die tschechischen Länder gleichberechtigte Partner sind.

Die Erhebung wird Ende Oktober 1944 von den deutschen Truppen niedergeschlagen. Die slowakischen Partisanen kämpfen jedoch bis zur Befreiung im April 1945 weiter. Der Aufstand trägt wesentlich zur Veränderung des Bildes der Slowakei bei. Aus einem gehorsamen Vasallen der Deutschen wird ein anerkanntes Mitglied der Anti-Hitler-Koalition.

Er hat gezeigt, dass Zehntausende Slowaken eine demokratische Tschechoslowakei einem autoritären slowakischen Kollaborationsstaat vorziehen. Die Geschichte des Slowakischen Nationalaufstands wird zu einem wesentlichen Teil des Kampfes gegen die nationalsozialistische Herrschaft in Europa. Der Aufstand begründet für die Slowakei ein bleibendes Erbe, das die europäischen Werte von Humanismus, Demokratie und Solidarität im Kampf um die Freiheit hochhält.

Die Ausstellung der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Berlin, der Botschaft der Slowakischen Republik und dem Slowakischen Institut Berlin wurde vom 17. Oktober bis 16. Dezember 2018 im Forum der Gedenkstätte Bergen-Belsen gezeigt.