Fotos: Blick in die Ausstellung in der Gedenkstätte Bergen-Belsen, April 2017.

Wanderausstellung Roter Winkel

Politische Häftlinge stellten mindestens die Hälfte der Gefangenen im Konzentrationslager Bergen-Belsen. Unter ihnen befanden sich deutsche Kommunist_innen, Sozialdemokrat_innen und bürgerliche NS-Gegner_innen. Die meisten politischen Häftlinge kamen aus den von Deutschland besetzten Ländern in Europa – vor allem aus Polen, der Sowjetunion, Frankreich und Belgien Sie alle trugen auf ihrer Häftlingskleidung als Abzeichen den roten Winkel der politischen Gefangenen.

Viele politische Häftlinge starben in Bergen-Belsen. Die Überlebenden setzten sich nach dem Krieg für ein friedliches, freies und solidarisches Europa ohne Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus ein. Doch ihr Vermächtnis droht in Vergessenheit zu geraten.

Anhand zahlreicher Dokumente und Fotos sowie exemplarischer Biographien vermittelt die von Studierenden der Leibniz Universität Hannover gemeinsam mit der Gedenkstätte erarbeitete Ausstellung einen umfassenden Eindruck von der Bandbreite der Häftlingsgruppe der politischen Gefangenen und ihrer Existenzbedingungen in Bergen-Belsen. Einen breiten Raum nimmt in der Ausstellung zudem die Frage ein, wie die Gesellschaft in den Herkunftsländern den Überlebenden nach 1945 begegnete.

Die Ausstellung wird bis zum 20. August 2017 täglich von 10 bis 18 Uhr im Forum der Gedenkstätte Bergen-Belsen präsentiert. Anschließend kann sie ausgeliehen werden. Die Ausstellung besteht aus 15 teils miteinander verbundenen Stelltafeln (je 1 m Breite und 1,80 m Höhe) sowie einer quadratischen Biographien-Stele (Seitenbreite 1 m , Höhe 1,80 m) und zwei Vitrinen.