Kriegsgefangenenlager (1940-1945)

Die Kriegsgefangenenlager in der Lüneburger Heide waren Teil eines riesigen Lagersystems der deutschen Wehrmacht mit mehr als 200 Hauptlagern sowie Tausenden von Arbeitskommandos und Baubataillonen. Kurz vor Kriegsbeginn wurde ein Barackenlager bei Fallingbostel zum Standort des Kriegsgefangenen-Mannschafts-Stammlagers (Stalag)  XI B bestimmt. Dieses wurde im Laufe des Krieges zu einem der größten Kriegsgefangenenlager der Wehrmacht mit zeitweise 95 000 Gefangenen verschiedener Nationalitäten. Die meisten von ihnen waren auf mehr als 2000 Arbeitskommandos verteilt. Das Arbeitskommando 601 mit belgischen und französischen Kriegsgefangenen wurde im Juni 1940 im ehemaligen Bauarbeiterlager Bergen-Belsen untergebracht.

Im Zuge der Vorbereitung des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion wurde das Lager Bergen-Belsen ab Juni 1941 räumlich erheblich erweitert. Unter der Bezeichnung Stalag XI C (311) wurde es in ein eigenständiges Hauptlager umgewandelt, das 20 000 sowjetische Kriegsgefangene aufnehmen sollte. Mit dem Stalag XI D (321) Oerbke und dem Stalag X D (310) Wietzendorf wurden in der Umgebung zwei weitere sogenannte „Russenlager“ eingerichtet. Durch Hunger, Erschöpfung und Epidemien starben in diesen drei Lagern bis Ende März 1942 etwa 41 000 sowjetische Kriegsgefangene. Bis Kriegsende kamen hier insgesamt 50 000 sowjetische Kriegsgefangene ums Leben.

Im Sommer 1943 wurde das Stalag XI C (311) aufgelöst. Bergen-Belsen blieb allerdings – nunmehr als „Zweiglager“ des Stalag XI B Fallingbostel – bis zum Januar 1945 als zentrales Lazarett für sowjetische Kriegsgefangene in der Region bestehen. Ab August 1944 wurden dort zusätzlich auch italienische „Militärinternierte“ behandelt. Nach Niederschlagung des Warschauer Aufstands im Oktober 1944 wurden außerdem etwa 1000 Mitglieder der polnischen Heimatarmee in einem abgesonderten Bereich des Kriegsgefangenenlagers untergebracht.

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