Befreiung

Nach mehrtägigen Waffenstillstandsverhandlungen zwischen Wehrmacht und britischer Armee übernahmen am 15. April 1945 britische Truppen kampflos das Konzentrationslager Bergen-Belsen. Kurz zuvor hatte die SS die Akten der Lagerverwaltung vernichtet, um die schriftlichen Dokumente ihrer Verbrechen zu beseitigen. Die britischen Soldaten waren in keiner Weise auf das Inferno vorbereitet, das sie vorfanden, als sie dort eintrafen. Für Tausende der mindestens 53 000 befreiten Häftlinge kam die Rettung zu spät. Trotz der rasch eingeleiteten medizinischen Hilfe des britischen Militärs und verschiedener Hilfsorganisationen starben allein bis Juni 1945 noch etwa 14 000 der Befreiten an den Folgen ihrer KZ-Haft.

Das SS-Personal, das die britischen Soldaten bei der Übernahme des Lagers antrafen, wurde entwaffnet und unter Arrest gestellt. In den darauf folgenden Tagen mussten männliche wie weibliche Angehörige der SS auf dem Gebiet des ehemaligen Lagers Massengräber ausheben und Zehntausende von Leichen bestatten.

Die britischen Truppen wurden von Militärfotografen und Kameraleuten begleitet, deren Aufgabe es war, die Zustände in Bergen-Belsen sowie die sofort eingeleiteten Hilfsmaßnahmen zu dokumentieren. Ihr Einsatz erstreckte sich vom Tag nach der Befreiung bis in den Juni 1945. Hunderte Fotografien und Filmaufnahmen sowie die Notizen der Fotografen lassen das Ausmaß der Verbrechen in Bergen-Belsen erahnen. Viele dieser Aufnahmen wurden weltweit veröffentlicht und prägen bis heute die Erinnerung an die nationalsozialistischen Konzentrationslager.

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