Konzentrationslager (1943-1945)

Das Konzentrationslager Bergen-Belsen war seit seiner Einrichtung im April 1943 Teil des KZ-Systems. Es gilt vielen bis heute als Inbegriff der nationalsozialistischen Verbrechen. Dennoch unterschied es sich in wesentlichen Punkten von allen anderen nationalsozialistischen Konzentrationslagern.

Es wurde zunächst als Lager für jüdische „Austauschhäftlinge“ eingerichtet. Die SS stellte ihnen die Freilassung ins Ausland in Aussicht – im Austausch gegen dort internierte Deutsche, Devisen oder kriegswichtige Güter.

Ab März 1944 wandelte sich der Charakter des Lagers. Ein neuer Lagerteil für kranke, nicht arbeitsfähige männliche Häftlinge aus anderen Konzentrationslagern wurde eingerichtet. Im August 1944 kam auch ein Lagerabschnitt für weibliche Häftlinge hinzu.

Ab Dezember 1944 wurde das KZ Bergen-Belsen zum Zielort für zahlreiche Räumungstransporte aus anderen Konzentrationslagern. Infolge der zunehmenden Überfüllung des Lagers und der katastrophalen Bedingungen kam es zu einem Massensterben, das alleine im März 1945 etwa 18 000 Opfer forderte.

Von insgesamt etwa 120 000 Häftlingen starben mindestens 52 000 an Hunger und Seuchen, durch Übergriffe der SS oder an den unmittelbaren Folgen der KZ-Haft.

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