
Eingangsbereich des Dokumentationszentrums, 2007. Foto Klemens Ortmeyer. GBB (SnG)
Die Dauerausstellung
Die Dauerausstellung der Gedenkstätte Bergen-Belsen verzichtet auf eine Gesamtdarstellung der Geschichte nationalsozialistischer Verfolgung. Im Blickpunkt stehen die Kriegsgefangenenlager in der Lüneburger Heide 1940–1945, das Konzentrationslager Bergen-Belsen 1943–1945 und das Displaced Persons Camp Bergen-Belsen 1945–1950.
Die Ausstellung setzt auf die Wirkung historischer Zeugnisse: Textdokumente, Videointerviews, Erinnerungsberichte, Tagebücher, Zeichnungen, Fotografien und Gegenstände. Kurze Einführungstexte stellen den historischen Zusammenhang der Dokumente und Exponate dar, die nach umfangreichen Recherchen in internationalen Archiven und Museen in die Sammlung der Gedenkstätte aufgenommen werden konnten. Mehr als 400 ehemalige KZ-Häftlinge und etwa 50 ehemalige Kriegsgefangene haben die neue Ausstellung durch Leihgaben, Objektspenden oder Zeitzeugeninterviews unterstützt. Diese Zusammenarbeit ist das Ergebnis langjähriger enger Kontakte zwischen der Gedenkstätte und Überlebenden. So ist ein begehbares „Archiv der Erinnerung“ entstanden, in dem die Perspektive der Opfer im Mittelpunkt steht. Den ehemaligen KZ-Häftlingen und Kriegsgefangenen werden soweit wie möglich ihre Stimme, ihr Gesicht und ihre individuelle Geschichte zurückgegeben. Die Erinnerungen der Überlebenden sind zugleich Gegenstücke zu den historischen Film- und Fotoaufnahmen von der Befreiung des KZ, in denen der einzelne Mensch in der Masse der Toten nicht mehr zu erkennen ist.
Fotografien und Filme werden nicht als bloße Illustration einer Erzählung, sondern durchgängig als eigenständige historische Quellen präsentiert. Historisches Filmmaterial wird weitgehend ungeschnitten im direkten Kontext seiner Entstehungsgeschichte gezeigt und durch zusätzliche Informationen ergänzt. Dasselbe quellenkritische Konzept liegt der Präsentation der zahlreichen Fotografien in der Ausstellung zugrunde.


