Aus dem Nachlass des ehemaligen Häftlings Peter Sussmann: Sein Notizbuch enthält auch Skizzen der Wohnungen, in denen die Familie vor der Deportation gelebt hatte. SnG
Objekt (selbstgemachtes Messer) vom Gelände der Gedenkstätte Bergen-Belsen. SnG
Ausweis / Zugangsberechtigung für die Camps 1, 2, 3 und Hospital Block, Bergen-Belsen Concentration Camp, ausgestellt für Percy Burrrows als Krankenwagenfahrer am 2. Mai 1945. SnG
Aus einem Fotoalbum des ehemaligen Häftlings Roman Ferber zum DP-Camp Bergen-Belsen: Das Bild wurde 1945 oder 1946 am ehemaligen Krematorium des Konzentrationslagers aufgenommen; Ferber selbst steht in der zweiten Reihe links außen. Privatbesitz
Konservierungsarbeiten in der Dauerausstellung der Gedenkstätte. SnG
Glasobjekte vom Lagerareal des ehemaligen KZ Bergen-Belsen. SnG
Bodenvitrinen im Ausstellungsteil zum Konzentrationslager mit Fundstücken aus dem Bereich des ehemaligen Lagergeländes, 2007. Foto Klemens Ortmeyer. SnG

Sammlung

Die Forschungs- und Dokumentationsarbeit der Gedenkstätte Bergen-Belsen befasst sich mit dem gesamten Themenspektrum des historischen Ortes. Gegenstände, Dokumente und Bilder mit Bezug zu anderen Orten werden nur in Ausnahmefällen in die Sammlung aufgenommen.
Mit der Sammlungstätigkeit wurde in der Gedenkstätte Bergen-Belsen erst 1987 begonnen, da die Gedenkstätte zuvor kein wissenschaftliches Personal zur Verfügung hatte.
Die Sammlung umfasst fünf Themenbereiche:

  1. Vorgeschichte: Geschichte des Truppenübungsplatzes
  2.  Kernbereich 1: Kriegsgefangenenlager
  3.  Kernbereich 2: Konzentrationslager
  4.  Kernbereich 3: DP-Camp
  5.  Geschichte der Gedenkstätte seit 1945

Untergebracht ist die Sammlung in sechs Sammlungsräumen, die speziell gegen Feuer und Einbruch gesichert sind und in denen konstante klimatische Bedingungen gewährleistet sind. Die Sammlung zum Thema Kriegsgefangenlager ist überwiegend in den Räumen der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten in Celle untergebracht. Die Sammlung ist in acht Datenbanken im Programm FAUST erfasst, wobei das Foto- und das Pressearchiv noch nicht vollständig verzeichnet sind.

Öffnungszeiten:

Mo – Do 10.00 – 16.00

Für einen Besuch ist eine Anmeldung erforderlich:

Bergen-Belsen@stiftung-ng.de

  • Texte

    Texte

    Die Textsammlung der Gedenkstätte gliedert sich in die drei Bereiche „Augenzeugenberichte“, „Akten“ und „Presse“.

    Die Sammlung von Augenzeugenberichten besteht aus etwa 1700 persönlichen Berichten, verfasst hauptsächlich von ehemaligen Häftlingen des KZ Bergen-Belsen, aber auch von ehemaligen Kriegsgefangenen und DPs sowie von Angehörigen der britischen Armee, Hilfsorganisationen oder Anwohnern. Die Texte unterscheiden sich stark in ihrem Umfang: Einige Berichte sind nur kurze Protokolle, beschränkt auf eine oder wenige Seiten. Sie sind in den meisten Fällen kurz nach der Befreiung entstanden. Andere umfassen mehrere Hundert Seiten und wurden als vollständige Autobiographie erst vor wenigen Jahren abgeschlossen. Verfasst wurden diese Texte in einer Vielzahl von Sprachen. Der größte Teil liegt zwar auf Deutsch und Englisch vor; es gibt aber auch viele Texte auf Französisch, Polnisch, Hebräisch, Ungarisch und anderen Sprachen.

    Die Aktensammlung besteht vornehmlich aus Aktenkopien. Ein zentraler Bestand sind z.B. Kopien der Akten zu den Bergen-Belsen-Prozessen aus dem britischen TNA (The National Archives, Kew). Im Original liegen u.a. die Entschädigungsakten des Irgun Sherit Hapleta, der Organisation der ehemaligen Bergen-Belsen-Häftlinge in Israel vor, sowie ein Bestand an Akten des gemeindefreien Bezirks Lohheide, die sich ebenfalls hauptsächlich auf die Nachkriegszeit beziehen.

    Das Pressearchiv besteht aus einer chronologischen Sammlung von Artikeln zu Bergen-Belsen vom April 1945 bis in die Gegenwart. Diese Artikel liegen teils als Original, teils als Fotokopien vor. Schwerpunkte der Sammlung bilden die Berichterstattung über die Befreiung und die unmittelbare Phase danach (April bis Juni 1945) und den Bergen-Belsen Prozess in Lüneburg (September bis Dezember 1945).

     
  • Fotos

    Fotos

    Das Fotoarchiv der Gedenkstätte Bergen-Belsen umfasst über 15 000 Fotografien. Schwerpunkte sind neben Aufnahmen aus der Zeit der Befreiung des KZ Bergen-Belsen vor allem umfangreiche Sammlungen zum DP-Camp und zu Einzelpersonen, die häufig aus dem Besitz von Überlebenden oder deren Familienangehörigen stammen. In den meisten Fällen besitzt die Gedenkstätte allerdings nur eingeschränkte Nutzungsrechte. So liegen z.B. die Rechte für die meisten Fotografien von der Befreiung beim Imperial War Museum in London

     
  • Objekte

    Objekte

    Die Objektsammlung umfasst im Wesentlichen drei sehr unterschiedliche Bereiche.

    Von herausragender Bedeutung ist die Sammlung der mehr als 900 persönlichen Gegenstände und Dokumente ehemaliger Häftlinge, darunter Kleidungsstücke, Ausweise, Briefe und Tagebücher. Dabei handelt es sich zum größten Teil um (Dauer-)Leihgaben oder Schenkungen. Ergänzt wird diese Sammlung durch weitere historische Objekte, die keinen Personen- oder familiengeschichtlichen Bezug haben, wie z. B. Originalpublikationen aus dem DP-Camp, die teilweise auch angekauft wurden.

    Die Sammlung der Fundstücke vom Gedenkstättengelände umfasst über 3000 einzelne Gegenstände, die seit Beginn der 1990er Jahre bei Freilegungsarbeiten von Teilnehmern regelmäßiger Jugendworkcamps gefunden wurden. Typische Fundstücke sind Alltagsgegenstände wie z. B. Becher, Flaschen, Teller, Knöpfe und Schrauben oder Überreste der Lagerarchitektur wie Stacheldraht. Ein Teil dieser Objekte wird in den Bodenvitrinen der Dauerausstellung gezeigt.

     
  • Film und Audio

    Film und Audio

    Die Video-Sammlung der Gedenkstätte umfasst über 600 Einheiten. Dabei handelt es sich mehrheitlich um lebensgeschichtliche Zeitzeugen-Interviews, die seit Ende der 1990er Jahre im Rahmen von verschiedenen Interviewprojekten der Gedenkstätte entstanden sind. Die Medienstationen mit Interviewausschnitten in der Dauerausstellung basieren auf dieser Sammlung, für die die Gedenkstätte Bergen-Belsen die Copyrights hält. Der Videobestand beinhaltet zudem historisches Filmmaterial und Dokumentationen.

    Die meisten audiovisuellen Interviews mit Zeitzeugen liegen in deutscher oder englischer Sprache vor, viele aber auch in anderen Sprachen. Transkriptionen und Übersetzungen ermöglichen in diesen Fällen die Nutzung dieser Quellen. Die lebensgeschichtlichen Interviews werden mithilfe einer Datenbank verschlagwortet und umfangreich über Timecodes erschlossen, um einen systematischen Zugang zum Material zu sichern.

    Die Audio-Sammlung besteht aus rund 680 Tonkassetten mit über 300 Aufzeichnungen von Interviews mit Zeitzeugen. Um das Material, das in den 1990er Jahren entstand, längerfristig zu sichern, wurden die analogen Aufnahmen digitalisiert.