Arbeitsausweis für Jan Dziewanowski, 1944 - Standbild aus dem Interview mit Jan Dziewanowski (Jahrgang 1931) vom 22.11.2001, AGBB BV 47
Paraguayisches Passpapier der Kinder der niederländisch-jüdischen Familie Lange - Standbild aus dem Interview mit Alfred Lange (Jahrgang 1941) vom 19.10.2011, AGBB BV 552

Aktuelle Forschungsvorhaben

  • Projekt: „Kinderhäftlinge“

    Projekt: „Kinderhäftlinge“

    Aufgrund seiner spezifischen Geschichte als „Austauschlager“ für Juden, die gegen Auslandsdeutsche ausgetauscht werden sollten, sowie als Ziellager von Räumungstransporten aus anderen Konzentrationslagern, die einen hohen Anteil an minderjährigen Sinti und Roma sowie jungen jüdischen Häftlingen aufwiesen, waren im KZ Bergen-Belsen überdurchschnittlich viele Kinder inhaftiert. Unter seinen rund 120.000 Häftlingen aus fast allen europäischen Ländern befanden sich mindestens 3.000 Kinder unter 15 Jahren, die meisten von ihnen jüdischer Herkunft. Seit mehreren Jahren stellt das Thema „Kinderhäftlinge“ einen Sammlungsschwerpunkt der Gedenkstätte Bergen-Belsen dar. Er umfasst vielfältige Text- und Bildquellen sowie Objekte. Eine einzigartige Quelle stellen darüber hinaus die derzeit rund 120 lebensgeschichtlichen Videointerviews mit Kinderüberlebenden des KZ Bergen-Belsen dar.

    Auf der Basis einer systematischen Auswertung dieses Quellenbestands entsteht zur Zeit eine Wanderausstellung. Sie wird die spezifische Lebenssituation und die Verhaltensformen von Kindern im KZ Bergen-Belsen anhand thematischer und biografischer Ansätze darstellen. Die Erstpräsentation dieser Ausstellung ist für April 2018 in der Gedenkstätte Bergen-Belsen vorgesehen. Sie soll hier für etwa ein halbes Jahr gezeigt und von einem abwechslungsreichen Programm begleitet werden, zu dem auch Begegnungen mit Überlebenden gehören werden, die als Kinder im KZ Bergen-Belsen inhaftiert gewesen sind.

    Die Ausstellungsentwicklung begleitend werden pädagogische Materialien erarbeitet, die eine kontextualisierende und vertiefende Beschäftigung mit dem Ausstellungsthema unterstützen sollen.

     
  • Projekt: Zahl und Grablagen der Opfer des Konzentrationslagers Bergen-Belsen

    Projekt: Zahl und Grablagen der Opfer des Konzentrationslagers Bergen-Belsen

    Immer wieder wird die Gedenkstätte Bergen-Belsen von Besucherinnen und Besuchern mit der Frage konfrontiert, wo die Toten des Konzentrationslagers bestattet wurden. Hintergrund der Nachfragen ist u.a. der Umstand, dass die Gesamtzahl der Toten mit etwa 52.000 angegeben wird, die Inschriften auf den Massengräbern aber „nur“ 23.200 Tote ausweisen. Diese Differenz wirft Fragen auf: Wann und wo wurden zwischen 1943 und 1945 (auch nach der Befreiung) die Todesopfer aus dem KZ Bergen-Belsen bestattet; wo liegen ihre sterblichen Überreste heute?

    Mit dem Ziel, diese Fragen historiographisch zu klären, hat die Stiftung niedersächsische Gedenkstätten 2015 eine systematische Auswertung aller verfügbaren Quellen zur Zahl und zu den Grabstätten der Toten des KZ Bergen-Belsen in Auftrag gegeben.

    Die Recherchen beziehen sich dabei nicht nur auf die Todesopfer in Bergen-Belsen, sondern ebenso auf die Häftlinge, die während der Räumungstransporte in das und aus dem Konzentrationslager verstorben sind. 

    Erste Ergebnisse der Studie sind als Zwischenbericht 2017 (PDF) abrufbar